Management Development

Management Development

Darum geht’s

In dieser Episode von «Personalentwicklung auf den Punkt gebracht» geht es um die Frage, worauf es sich bei der Entwicklung von Führungskräften zu achten lohnt. Ein besonderes Augenmerk werfen wir dabei auf die Situation an einer Universität. Darüber unterhalte ich mich mit Marcel Lüdi. Er ist Leiter der Personal- und Organisationsentwicklung (POE) der Universität Basel.

Episode 037: Management Development (54:35)

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Was Sie für das Management Development in Ihrer Organisation mitnehmen können
  1. Die Universität Basel hat sich auf die Fahne geschrieben, eine nachhaltige, wertschätzende sowie konstruktive Führungs- und Zusammenarbeitskultur an der Universität einzuführen.
  2. Dafür bietet die Personal- und Organisationsentwicklung der Universität Basel Coaching und Beratung an, für einzelne bis für ganze Teams.
  3. Der Welcome Day für alle neuen Angehörigen der Universität ist ein Erfolgsmodell. Es ist ein Anlass, an welchem auch das Top-Kader teilnimmt, um wichtige Informationen zu vermitteln und Fragen der Teilnehmenden aufzugreifen.
  4. Wichtig für den Erfolg von Angeboten der POE ist das Marketing dieser Dienstleistungen. Nur wenn bekannt ist, was es an Unterstützungsangeboten gibt, werden diese auch nachgefragt und genutzt.
  5. Das Spezielle an der Führungskräfteentwicklung an einer Universität ist, dass die Menschen dort überdurchschnittlich intrinsisch motiviert sind. Entsprechend herrschen ein Freigeist, ein starkes Bedürfnis nach Autonomie und ein hoher Anspruch an Involviertheit vor.
  6. Statt pfannenfertige Produkte werden der Bedarf und die Bedürfnisse der Führungskräfte aufgenommen und mit diesen massgeschneiderte Angebote entwickelt.
  7. Der Hauptunterschied bei der Führungskräfteentwicklung in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen und einer Universität ist, dass bei Ersterem viel Steuerung topdown und flächendeckend erfolgt, während bei Zweiterem viele Subkulturen bestehen, die individuelle Lösungen wollen. Die Herausforderung ist dort, dass aus den vielen individuellen Lösungen auch etwas Gemeinsames entstehen kann. Die Vielfalt macht es schwierig ein Programm zu erstellen. Marcel Lüdi findet es allerdings erstrebenswert auch solche im Angebot zu haben.
  8. Entwicklungsprozesse statt Powerseminare? Die POE der Universität Basel versteht sich als Prozessbegleiter und distanziert sich davon, pfannenfertige Lösungen anzubieten.
  9. Bei der Prozessbegleitung findet eine Verbindung von Organisations- und Personalentwicklung statt. Dort zeigt sich, wo in der Organisation Entwicklungsbedarf besteht. Personal- bzw. Führungskräfteentwicklung findet in erster Linie entlang von Entwicklungsvorhaben der Organisation statt.
  10. Zwischen dem Anspruch der Lehrenden an einer Universität an selbst genutzte Lernangebote und ihrem eigenen Handeln in der Lehre, also ihrer Gestaltung von Lernprozessen für ihre Studierenden, gibt es einen riesigen Gap.
  11. Coaching an der Universität wird als eine Hilfe zur Selbsthilfe verstanden. Das heisst, der Einfluss des Teams Personal- und Organisationsentwicklung auf die Umsetzung und damit auf die Wirksamkeit ist gering.
  12. Damit die Umsetzung gefördert werden kann, setzt die POE der Universität auf Freiwilligkeit, die Arbeit an konkreten Fragestellungen der Ratsuchenden und längerfristige Prozessbegleitung.
  13. Die POE ist nicht Teil des HR. Sie sind unabhängig. Die dezentralen HR-Abteilungen sind jedoch wichtige Partner für das POE-Team.
  14. Auf die Frage nach der Prognose über die Zukunft des Management Development an der Universität Basel nennt Marcel Lüdi folgende Entwicklungstendenzen. Die Angebote der POE werden noch weiter auf die Kunden zugeschnitten. Parallel dazu soll es jedoch auch MD-Programme für gewisse Themen und digitale Selbstlernangebote im Baukastensystem geben.
  15. Der Kern der Standardangebote wird auch weiterhin vom Team der POE abgedeckt, weil diese sehr individuell auf die Universität zugeschnitten sein müssen. Ergänzende Angebote hingegen, die man im Baukastensystem haben kann, z.B. Arbeitstechnik, können eingekauft oder durch Kooperationen mit anderen Kantonen abgedeckt werden.

Marcel Lüdis drei Tipps, damit Management Developement gut funktionieren kann:

  1. nah bei der Zielgruppe sein
  2. das Top Management einbeziehen und dessen Commitment haben
  3. gemeinsam entwickeln im Sinne von «Betroffene zu Beteiligten machen».
Take away

Nun sind Sie dran: Gerne ermutige ich Sie, das Management Development (MD) in Ihrem Betrieb unter die Lupe zu nehmen und allenfalls zu optimieren.

Brauchen Sie einen Sparring-Partner dafür? Gerne unterstütze ich Sie. Nehmen Sie einfach mit mir Kontakt auf.

Shownotes zu dieser Episode

Personal- und Organisationsentwicklung der Universität Basel

Beste Grüsse
Olivier Inhelder

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